2. BRAUTAG IN WÖRTH AN DER DONAU
Am Samstag, den 18.04.2026 machte sich das P-Seminar „Bier brauen“ gemeinsam mit Herrn Hutschenreuther auf den Weg nach Wörth an der Donau, um dort den zweiten Brautag unseres Projekts durchzuführen. Anders als bei unserem ersten Brauversuch stand dieses Mal das traditionelle Brauen wie vor hundert Jahren im Mittelpunkt. Dabei konnten wir hautnah erleben, wie Bier früher ohne moderne Technik hergestellt wurde und wie viel Arbeit, Geduld und Erfahrung tatsächlich hinter einem guten Bier stecken.
Schon am frühen Morgen begann das Maischen. Das geschrotete Malz wurde mit Wasser vermischt und unter ständigem Rühren langsam erhitzt. Anschließend folgten mehrere Rastphasen bei unterschiedlichen Temperaturen, bei denen die Enzyme im Malz ihre Arbeit verrichteten und die Stärke in Zucker umwandelten. Währenddessen blieb genügend Zeit für Gespräche, kleinere Scherze und natürlich viele neugierige Fragen rund um den Brauprozess.
Nachdem die verschiedenen Raststufen abgeschlossen waren, wurde die Maische in den Läuterbottich umgefüllt. Dort trennten wir die Würze vom Treber und konnten beobachten, wie sorgfältig dieser Schritt durchgeführt werden musste, damit das Bier später seinen typischen Geschmack erhält. Anschließend wurde die Würze in den Kochkessel umgefüllt und nach Zugabe des Hopfens gekocht.
Nach der Mittagspause ging es mit einem der interessantesten Programmpunkte weiter: dem Abkühlen im sogenannten Kühlschiff. Besonders spannend fanden wir dabei die Erklärung, warum das „Aufrauchen“ der heißen Würze früher sogar erwünscht war. Dadurch konnte nämlich das Dimethylsulfid entweichen, was wichtig für den späteren Geschmack des Bieres ist. Genau solche traditionellen Arbeitsschritte machten den Tag für uns besonders interessant, da man viele davon in modernen Großbrauereien heute kaum noch beobachten kann.
Zum Abschluss wurde die fertige Würze schließlich in Behälter abgefüllt und in den Keller gebracht, wo sie vergären konnte. Zehn Tage später konnte das Bier schließlich abgefüllt werden – und damit war ein weiterer wichtiger Abschnitt unseres Brauprojekts erfolgreich abgeschlossen.
Der zweite Brautag zeigte uns eindrucksvoll, wie aufwendig und gleichzeitig faszinierend das Brauen früher gewesen ist. Vor allem die traditionelle Arbeitsweise, das gemeinsame Arbeiten als Gruppe und die vielen praktischen Einblicke machten diesen Tag zu einer besonderen Erfahrung.
Ein großes Dankeschön geht an alle Beteiligten sowie natürlich an Herrn Hutschenreuther und besonders Alexander Busch der uns dieses spannende Projekt ermöglicht und organisiert hat.
Josef Wimmer und Philip Olbrich für das P-Seminar „Bier brauen“ von Herrn Hutschenreuther.